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„Gemeinsam Gutes tun und Lebensfreude genießen“.

HG 26.06.2021 – Dieses Motto gilt als Leitgedanke auch 75 Jahre nach Gründung des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt Schierstein (AWO) nach wie vor. Zwar haben sich die Schwerpunkte der Vereinsarbeit über die Jahrzehnte dem gesellschaftlichen Wandel immer wieder angepasst, doch Gemeinschaft, Geselligkeit und Engagement für den Einzelnen und den Ortsteil waren stets prägend und bestimmend.

Als die AWO Schierstein am 24. April 1946 gegründet wurde, herrschte vielfache Not. Die zumeist in der Arbeiterbewegung engagierten Gründungsmitglieder, die ihre politische Heimat vielfach in der Sozialdemokratie hatten, wollten in den Nachkriegsjahren für die Bürgerinnen und Bürgern im Ortsteil da sein. Es gab unter anderem Schulspeisungen aber auch Näh- und Strickstuben, die gleichsam einen geselligen Aspekt bedienten, der nicht zu unterschätzen ist. Denn anders als heute war es bei den zahllosen Kriegswitwen nicht üblich, alleine etwas zu unternehmen, so dass die unterschiedlichen Angebote der AWO sehr willkommen waren.

Seit der Gründung vor 75 Jahren hat sich die gesellschaftliche Situation grundlegend gewandelt und manches ist glücklicherweise überflüssig geworden. Neben der wirtschaftlichen Lage ist es vor allem eine positive Entwicklung, dass Alleinstehende oder auch Seniorinnen und Senioren viel selbständiger und mobiler als früher sind. Dennoch sind die Treffs der AWO Schierstein nach wie vor beliebt und werden gerade in der Corona-Pandemie von vielen schmerzlich vermisst. Sei es der regelmäßige AWO-Club, an dem immer 40 bis 50 überwiegend Ältere teilnehmen, um gemeinsam zu spielen, zu tanzen, zu essen und zu lachen. Seien es die zweimal im Jahr angebotenen Tagesausflüge mit dem Bus, die in den 1960er und 1970er Jahren, wo Urlaub für viele immer noch nicht zum Alltag gehörte, ein Erlebnis waren und heute als willkommene Abwechslung angenommen werden. Bleibt daher zu hoffen, dass die AWO Schierstein all diese Aktionen schnellstmöglich wieder aufnehmen kann.

Neben der Hoffnung auf ein möglichst rasches und sicheres Überwinden der Pandemie beschäftigt die Ehrenamtlichen in Schierstein auch seit mehr als einem Jahr die Vorkommnisse im AWO-Kreisverband Wiesbaden und auch Frankfurt. Für den Ortsverband Schierstein, der unabhängig vom Kreisverband ist, sich in 75 Jahren stets selbst über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert hat und äußerst bewusst und akribisch wirtschaften muss, ist es unverständlich und erschreckend, wie es einige wenige geschafft haben, durch fehlende soziale Verantwortung und moralische Wertvorstellungen den gesamten Verband in Verruf zu bringen. Dabei leisten nicht nur die Ehrenamtlichen eine engagierte Arbeit, sondern geschädigt werden auch die mehr als 400 Hauptamtlichen, die in Wiesbadener Kinder- und Senioreneinrichtungen arbeiten. Der Wunsch zum 75-jährigen Bestehen des AWO-Ortsvereins Schierstein ist daher, dass nach vollständiger Aufklärung der Vorkommnisse unbelastet die gute Arbeit auf allen Ebenen fortgesetzt werden kann und die Bevölkerung der Arbeiterwohlfahrt wieder ihr Vertrauen schenkt.

Dazu braucht es im aktuell rund 120 Mitglieder zählenden Ortsverein auch weiterhin engagierter Männer und Frauen. Hier hat mit 75 Jahren nicht nur die AWO Schierstein das Seniorenalter erreicht, sondern auch viele Helferinnen und Helfer. Eine Verjüngung wäre hier wünschenswert und notwendig, damit auch in den nächsten Jahrzehnten trotz des aktuellen gesellschaftlichen Trends zu immer mehr Egoismus die AWO einen kleinen Beitrag zum Gemeinsinn im Stadtteil leisten kann und weiterhin nach dem Motto gehandelt werden kann: „Gemeinsam Gutes tun und Lebensfreude genießen“.

24. April 1946: Gründung des AWO-Ortsvereins

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön den Frauen und den Männern,
die vor 75 Jahren den AWO-Ortsverein Schierstein gegründet haben.
Pandemiebedingt werden wir das Ereignis zu einem späteren Zeitpunkt würdigen.

Die Schiersteiner AWO trauert um Kurt Rossel

Mit dem Ableben von Kurt Rossel am 27. Januar verlieren die Freunde der Schiersteiner Arbeiterwohlfahrt einen sehr guten Freund und Mitstreiter.

Im März 1978 schloss sich Kurt dem Ortsverein an und engagierte sich fortan ehrenamtlich im Verein und auch im Vorstand als Beisitzer.

Wenn Kurt sein geliebtes Akkordeon umschnallte, dann war in der Runde der AWO-Freunde unbeschwerte Fröhlichkeit angesagt. Das gemeinsame Singen unter Anleitung von Kurt machte so viel Freude, dass sich gar eine Gesangsgruppe gründete, die sich regelmäßig zu ihren Probestunden trafen. Probestunden der besonderen Art: Nicht das „reine Hohe C“ und die „Dreistimmigkeit“ standen im Mittelpunkt der Übungsstunden, sondern das unbekümmerte Singen von Liedern vom Wein, von der Liebe und vom fröhlichen Treiben auf Hafen und Au. Und am Ende jeder Gesangsprobe stand obligatorisch „das Schnäpschen danach“. Eine tolle Zeit, die vielen AWO-Freunden große Freude bereitete und ein Stück Lebensqualität schenkte.

Wir sind traurig, dass wir Kurt verloren haben, aber sehr dankbar, dass Kurt unser Vereinsleben so lange bereichern durfte.  

Die Pandemie macht uns schwer zu schaffen

Es wird noch eine Weile dauern, bis wir unsere Arbeit im Ortsverein wieder aufnehmen können. Die Pandemie verlangt von uns allen große Geduld und Besonnenheit! Stellen wir uns dieser Herausforderung und halten wir uns strikt an die jeweils geltenden Regeln, damit wir uns nicht selbst und unsere Mitmenschen gefährden!

Seit dem 26. Dezember wird in Deutschland gegen COVID-19 geimpft. Jeder sollte die Gelegenheit nutzen und sich impfen lassen! Wir wollen doch unser normales Leben zurückhaben. Und: Wir wollen uns doch auch wieder unbeschwert im Kreis der Schiersteiner AWO treffen.